
Die Medien wollen Freiheit. Der Gesetzgeber will Ordnung. Die Opfer von Medienattacken wollen Genugtuung. Betroffene blasen zur Jagd auf Zeitungsenten. Wer bleibt letztlich auf der Strecke?
Der Aufprall widersprüchlicher Interessen ist für die Allgemeinheit nirgends so deutlich wahrnehmbar wie im Medienrecht. Das Mediengesetz zählt daher zu den spannendsten Rechtsbereichen. Die Auslegung des Mediengesetzes ändert sich ständig. Dieses Phänomen ist ein Spiegelbild einer neuen Rechtskultur, die in nahezu allen Rechtsbereichen zur Ausbildung eines dem Gesetzestext gleichwertigen "case-law" führt. Dabei zeigen sich deutlich die Probleme, mit denen alle hoch entwickelten Rechtsstaaten zu kämpfen haben. Die Produktion von Lösungen durch den Gesetzgeber kann - obwohl die Gesetzesmaschinerie bereits auf Hochtouren läuft - mit den rasanten gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr Schritt halten, sodass immer öfter gerichtliche Urteile die Lücke füllen.
Der vorliegende Kommentar soll das Wissen aller Interesierten vertiefen und dazu beitragen, rascher Lösungen für offene Probleme zu finden.