18.11.09

„Der virtuelle Marktplatz“ – Große Chancen, große Risiken oder wo gehobelt wird, fallen Späne

Von: Michael Seitlinger

Jugendschutz, Sicherheit, Konsumentenschutz, Vertrags- und Urheberrecht aber auch manch fragwürdige „Mehrwertdienste“, der Bedarf an Ombudsmänner und Identitätsfallen in Social Networks prägten die Diskussionen zum Virtuellen Marktplatz beim 4. IT-LAW.AT Symposium. 70 Teilnehmer lauschten den Vorträgen, diskutierten eifrig mit und hinterfragten mögliche Lösungsansätze.

Bereits zum vierten Mal lud IT-LAW.AT zum alljährlichen Symposium in den Festsaal der Diplomatischen Akademie. Unter dem Motto „Der virtuelle Marktplatz – Chancen@Risiken@Perspektiven“ nutzten ca. 70 Teilnehmer die fundierten Vorträge, eine topbesetzte Podiumsdiskussion und natürlich den obligaten Ausklang bei Wein und Buffet für den regen Meinungsaustausch auf gewohnt hohem fachlichen Niveau. Was unterscheidet nun den virtuellen Marktplatz vom Kreisler um die Ecke? Hier schienen sich die Rechtsexperten und Diskutanten einig: der Einstieg ist einfach, die rechtliche Komplexität ist nicht zu vernachlässigen und unbemerkte Gefahren werden von den überwiegend unbedarften Nutzern meist sträflich unterschätzt. Da sich im virtuellen Marktplatz Probleme scheinbar schneller entwickeln, als rechtliche Lösungsansätze gefunden werden, sahen eigentlich alle Experten mehr oder weniger legistischen Handlungsbedarf in den von ihnen beleuchteten Materiengesetzen.

Als frisch gewählte Präsidentin von IT-LAW.AT begrüßte RA Mag. Isabell Lichtenstrasser das Auditorium, bedankte sich einleitend bei den Sponsoren des diesjährigen Symposiums (li2me, barco4me, Schönherr Rechtsanwälte und die Rechtsdatenbanken) und eröffnete den Vortragsreigen. Während Dr. Kai Erenli und Dr. Ralf Blaha ausgewählte vertrags- und urheberrechtliche Aspekte beleuchteten, berichteten Mag. Bernhard Jungwirth und Mag. Gregor Goldbacher aus ihrer Praxis als Internetombudsmann und Telekomregulierungsbehörde. Nach einem Exkurs von Romana Cravos über Jugenschutzinitiativen der ISPA, ließ Univ.-Prof. Dr. Nikolaus Forgó mit einem kritischen, dafür aber umso unterhaltsameren, Vortrag zum kleinen „Ich bin ich“ und den ungewollten Offenbarungen des Nutzers im Internet den Nachmittag der Vortragenden ausklingen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war allen klar, dass der virtuelle Marktplatz nicht nur neue, sondern eben auch fragwürdige Geschäftsmodelle eröffnet und darunter auch das Image etablierter Dienste leiden kann. Jeder Einzelne von uns hinterlässt in seinem Streifzug durch die Galaxien des Netzes einen virtuellen Pfad, dessen Ausmaße er oft nicht zu erahnen scheint. 



 

 
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